FUTURE PERSPECTIVES

»Wir mĂŒssen alle gemeinsam dafĂŒr sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt«


Lena Stork

In unserer Interviewreihe FUTURE PERSPECTIVES stellen wir Unternehmer*innen und anderen spannenden Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen und Branchen 11 Fragen zur Zukunft.

In dieser Ausgabe sprechen wir mit Lena Stork, Chief of Staff und Spokesperson des Berliner FinTech-Unternehmens Elinvar, das Banken und Vermögensverwaltern eine Plattform zur Digitalisierung ihres GeschĂ€ftsmodells bietet. Neben Ihrer TĂ€tigkeit fĂŒr Elinvar ist sie Vorstandsmitglied des Think Tanks D64.

(1) Eine Sache, die in Zukunft unbedingt erfunden werden muss?

Klimaneutrale MobilitĂ€t – der Wunsch zu Reisen ist Teil moderner Wohlstandsgesellschaften. Einkommen und LebensverhĂ€ltnisse steigen (glĂŒcklicherweise) weltweit an. Wir mĂŒssen uns auf steigende MobilitĂ€tsansprĂŒche einstellen und ĂŒberlegen, wie sich diese erfĂŒllen lassen, ohne die Umwelt weiter so zu belasten, wie es bisher der Fall war.

(2) Eine Person, von der du viel ĂŒber Zukunft gelernt hast?

Maja Göpel: Als Wissenschaftlerin legt Sie den Finger in die Wunde und zeigt wichtige LösungsansĂ€tze fĂŒr die Zukunft auf.

(3) Ein gesellschaftlicher Missstand, der sich in Zukunft unbedingt verÀndern muss?

Soziale Ungleichheit – sowohl in den Industrienationen als auch weltweit! Wir können es uns nicht mehr erlauben, unseren Wohlstand auf Kosten anderer auszubauen, sondern mĂŒssen Wege finden, allen ein gutes Leben zu ermöglichen. Das mag naiv klingen, aber auch rein wirtschaftlich haben wir langfristig ein Interesse daran, dass sich mehr Menschen bessere LebensverhĂ€ltnisse leisten können und sich Wohlstand nicht auf einen Bruchteil der globalen Gesellschaft beschrĂ€nkt.

(4) Was wird es in Zukunft nicht mehr geben?

Stillstand. Die Digitalisierung ist eine Epoche des Wandels. VerÀnderung ist die neue NormalitÀt und die Geschwindigkeit nimmt stetig zu.

(5) Was wird in Zukunft ganz groß werden?

Datengetriebene Selbstoptimierung. Bereits heute gibt es einen zunehmenden Trend, alles zu messen, zu tracken und zu optimieren: Bewegungsdaten, ProduktivitĂ€t, Schlaf. Die einen motiviert es, die anderen sehen darin eine große Gefahr fĂŒr Diskriminierung und Überwachung. Es ist wichtig, dass wir diese Entwicklungen als Gesellschaft aktiv diskutieren und regulatorisch so ausgestalten, dass wir sie gemeinsam sie als Chance nutzen können und alle davon profitieren, ohne dabei unsere Grundrechte zu beschneiden.

(6) Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

Deutlich flexibler als heute, sowohl zeitlich als auch rĂ€umlich. Wichtig ist auch hier, dass alle von neuen Möglichkeiten profitieren können, auch jene, die nicht einfach ins „Homeoffice“ wechseln können. Um zu vermeiden, dass unsere Gesellschaft weiter auseinander triftet, ist es notwendig, alle Berufsgruppen aktiv in die Diskussion um die Zukunft der Arbeit einzubeziehen.

(7) Wo bist du in deinem Job mit Zukunft konfrontiert?

Elinvar ist ein Fintech, wir bieten eine WealthTech Platform-as-a-Service und digitalisieren GeschÀftsmodelle im Bereich der Vermögensanlage. Unser Versprechen ist modernste Technologie, dementsprechend gehört es zu meinem Job, technologische Entwicklungen zu beobachten und einschÀtzen zu können, sei es bspw. Cloud-Services oder Machine Learning.

(8) Welche individuellen FĂ€higkeiten werden in Zukunft entscheidend sein?

AnpassungsfĂ€higkeit und Lernbereitschaft – aber das gilt bereits heute. In einer Umgebung, die sich stĂ€ndig wandelt, sind jene am erfolgreichsten, die eine hohe Lernbereitschaft mitbringen und sich schnell an ein neues Umfeld anpassen können.

(9) Was wird in Zukunft die wertvollste Ressource fĂŒr Unternehmen sein?

Die Mitarbeitenden, deren kreative LösungsansÀtze und Ideen. Sie sind es, die Wert schaffen und bspw. DatensÀtze in etwas Wertvolles verwandeln, indem sie Möglichkeiten aufzeigen, Daten gewinnbringend einzusetzen.

(10) Was bedeutet Zukunft fĂŒr dich ganz persönlich?

Unendliche Möglichkeiten – im Guten wie im Schlechten. Mit Blick auf die politischen Ereignisse der letzten Jahre, wird einem sehr bewusst, dass nichts an dem wie wir hier und heute leben, selbstverstĂ€ndlich ist. Wir mĂŒssen alle gemeinsam dafĂŒr sorgen, dass sich Geschichte nicht wiederholt und ich hoffe, dass unsere Generation sich ihrer Verantwortung bewusst ist.

(11) Was wĂŒrdest du deinem 20-jĂ€hrigen Ich raten?

Möglichst viel auszuprobieren und sich auf das fokussieren, was Spaß macht. Und bei alledem: Gelassenheit, denn hĂ€ufig kommt es anders, als man denkt.

 

Wie verschieben sich Wert und Wertschöpfung im digitalen Zeitalter? Was bedeutet der Wandel fĂŒr mein Unternehmen, meinen Job und mich? Und was ist sonst noch wichtig. Wir behalten fĂŒr Sie den Überblick: In unserem monatlichen Newsletter kuratieren wir ausgewĂ€hlte Inhalte, ordnen ĂŒbergeordnete VerĂ€nderungen verstĂ€ndlich ein und teilen unsere Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen. Melden Sie sich jetzt fĂŒr unser FUTURE BRIEFING an.


Nils Langhans ist GrĂŒnder und GeschĂ€ftsfĂŒhrer von KAUFMANN / LANGHANS. Er arbeitete zuletzt als selbststĂ€ndiger Kommunikationsberater fĂŒr Startups aus den Bereichen AI, Blockchain und FinTech. Zuvor war er unter anderem fĂŒr die strategischen Kommunikationsberatungen Hering Schuppener und CNC sowie fĂŒr den ehemaligen Obama-Berater Julius van de Laar tĂ€tig. Nils ist Alumnus der Studienstiftung, Mitglied bei Mensa e.V. und wurde 2018 vom PR Report in das 30-unter-30-Ranking gewĂ€hlt.