FUTURE PERSPECTIVES

»Datenschutz wird immer mehr Aufmerksamkeit bekommen«


Carlo Böninger

In unserer Interviewreihe FUTURE PERSPECTIVES stellen wir Unternehmer*innen und anderen spannenden Persönlichkeiten aus unterschiedlichsten Bereichen und Branchen 11 Fragen zur Zukunft. In dieser Ausgabe sprechen wir mit Carlo Böninger, Chief of Staff bei DataGuard. Das Datenschutz- und Compliance-Unternehmen mit Hauptsitz in München wurde 2017 gegründet ist seitdem auf über 120 Mitarbeiter und mehr als 1.300 Kunden gewachsen. Als Stabschef steht der ehemalige Unternehmensberater Böninger in konstantem Austausch mit der Geschäftsführung und sorgt für den reibungslosen Ablauf unterschiedlichster abteilungsübergreifender Projekte.

(1) Eine Sache, die in Zukunft unbedingt erfunden werden muss?

Ein verlagsübergreifendes und internationales Nachrichten-Abo, angepasst an mein Leseverhalten und die Themen, die mich interessieren – aber auch an die Themen, die mich vielleicht interessieren sollten –, wäre eine super Sache.

(2) Eine Person, von der du viel über Zukunft gelernt hast?

Auch wenn es merkwürdig klingen mag: von meinem „Ich“ vor achtzehn Monaten. Was damals als eigene Grenzen und Limitierung galt, gilt heute nicht mehr. Und ich hoffe, in weiteren achtzehn Monaten dasselbe wieder sagen zu können.

(3) Ein gesellschaftlicher Missstand, der sich in Zukunft unbedingt verändern muss?

Der Trend, dass die Schere bei Bildung und Wissen immer weiter aufgeht, muss dringend umgekehrt werden. Es braucht vorwärtsdenkende, innovative Formate, die Lernende jeden Alters wirklich für eine Zukunft wappnen, die schwer bis gar nicht vorhersehbar ist.

(4) Was wird es in Zukunft nicht mehr geben? 

Digitaler Analphabetismus und die oft noch zu große Naivität hinsichtlich der eigenen Daten im digitalen Raum sind Themen, die hoffentlich in Zukunft aussterben werden.

(5) Was wird in Zukunft ganz groß werden?

Der Datenschutz wird immer mehr Aufmerksamkeit bekommen – von Unternehmen und Privatpersonen gleichermaßen. Die Menge an Daten, die wir alle täglich produzieren und (bewusst wie unbewusst) senden, wächst ständig und es sollte jedem ein Anliegen sein, die Hoheit über die eigenen Daten zu behalten und den Zugang dazu kontrollieren zu können.

(6) Wie werden wir in Zukunft arbeiten?

Die Home-Office-Welle hat Unternehmen wie auch Mitarbeitern bewiesen, dass es durchaus möglich ist, räumlich voneinander getrennt zu arbeiten, ohne Effizienz oder Qualität einzubüßen. Diesen Trend weg vom Büro wird man nicht mehr zurückzudrehen können – und das sollte man auch gar nicht unbedingt versuchen.

(7) Wo bist du in deinem Job mit Zukunft konfrontiert?

Ständig und andauernd – in einem dynamisch wachsenden Growth-Unternehmen ist heute fast schon Vergangenheit und den Herausforderungen von morgen proaktiv zu begegnen ist mein tägliches Brot. Dabei geht es um einen bunten Blumenstrauß an Themen, die übermorgen noch spannender als morgen machen.

(8) Welche individuellen Fähigkeiten werden in Zukunft entscheidend sein?

Es wird immer weniger Berufsbilder geben, bei denen man das in der Ausbildung oder im Studium Gelernte konsequent bis zum letzten Tag vor der Rente anwendet. Hinzu kommen Aufgabenfelder und Berufe, die heute noch gar nicht erfunden sind. Die Anforderungen steigen ständig und es wird immer mehr darauf ankommen, sich fortlaufend neue Fähigkeiten und neues Wissen anzueignen und das Gelernte dann auch anwenden zu können.

(9) Was wird in Zukunft die wertvollste Ressource für Unternehmen sein?

Mitarbeiter, die bereit sind, sich langfristig an ein Unternehmen zu binden und aktiv an der Gestaltung und Entwicklung mitzuarbeiten, werden ein seltenes Gut. Die Anreize zu wechseln sind oft hoch und – da muss man ehrlich sein – auch die harten Zeiten in einem Unternehmen mitzumachen, ist nicht nur mit Freude verbunden. Umso wertvoller werden diese Mitarbeiter, die – wie man im Englischen sagt – „stick with it“.

(10) Was bedeutet Zukunft für dich ganz persönlich?

Mit der Zukunft verbinde ich Hoffnung und noch auszuschöpfendes Potenzial.

(11) Was würdest du deinem 20-jährigen Ich raten?

Akzeptiere niemals die Grenzen, die andere meinen dir setzen zu müssen.

 

Wie verschieben sich Wert und Wertschöpfung im digitalen Zeitalter? Was bedeutet der Wandel für mein Unternehmen, meinen Job und mich? Und was ist sonst noch wichtig. Wir behalten für Sie den Überblick: In unserem monatlichen Newsletter kuratieren wir ausgewählte Inhalte, ordnen übergeordnete Veränderungen verständlich ein und teilen unsere Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen. Melden Sie sich jetzt für unser FUTURE BRIEFING an.


Dominik Kaufmann ist Gründer und Geschäftsführer von KAUFMANN / LANGHANS. Er arbeitete zuletzt als Projektleiter für die Strategie- und Organisationsberatung undconsorten und beriet dort DAX- und TecDAX-Unternehmen bei den Themen Transformation, Agilisierung und Vertrieb. Zuvor war er als Market Manager für die Daimler AG tätig. Dominik ist Alumnus der Studienstiftung und Mitglied bei Mensa e.V..